Jahresbericht der UNEP

Mitte Februar veröffentlichte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP mit Sitz in Nairobi, Kenia) seinen jährlichen Bericht zu globalen Umweltfragen. Ein Schwerpunkt des diesjährigen Berichts ist der rapide Rückgang des arktischen Eises während der Sommermonate. Demnach ist die arktische Eisdecke im Sommer 2012 um 3,4 Mio m² geschrumpft. Vor 30 Jahren betrug die Ausdehnung durchschnittlich ca. 7 Mio m².
Auch wenn die Eisschmelze im September beendet ist, verringert sich von Jahr zu Jahr die Stärke der Eisdecke. Während der Sommermonate schwindet Eisfläche immer stärker, dadurch verringert sich der Albedo-Effekt und führt zu einem weiteren Temperaturanstieg. Dieser Teufelskreislauf wird die Eisflächen in den nächsten Jahren noch stärker schrumpfen lassen und trägt zur globalen Erwärmung bei.
Die Verkleinerung des arktischen Meereises ist nicht direkt spürbar, da sich der Meeresspiegel nicht erhöht. Das Abtauen des Festlandeises auf Grönland hat jedoch eine sehr starke Auswirkung auf die Welt. Im August 2012 war fast die gesamte Eisfläche Grönlands von der Schmelze betroffen. Wenn Festlandeis schmilzt, so fließt es ins Meer und führt direkt zu einer Erhöhung des Meeresspiegels. Allein die Eismasse Grönlands würde geschmolzen einen Meeresspiegelanstieg von ca. 7m ergeben (bei Temperaturanstieg von 3° würde das Eis in 1000 Jahres komplett verschwunden sein).
Der Report des UNEP verdeutlicht auch, dass der CO₂-Anstieg unvermindert weiter ansteigt. Vor allem der starke Energieverbrauch in Asien ist Grund für den weiteren Anstieg. Trauriger Spitzenreiter der CO₂ Verursachung Pro-Kopf sind Nordamerikaner und Europäer. Afrika, Südamerika und Asien sind weiterhin unter dem weltweiten Durchschnitt der Pro-Kopf CO₂ Bilanz.
Positiv ist der Ausbau der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren. Vor allem Solar- und Windenergie verzeichneten ein sehr starkes Wachstum. Leider wird dieser Anstieg in der weltweiten Energiebilanz nicht deutlich, da der Energieverbrauch in den letzten Jahren stark anstieg. Der erhöhte Energiebedarf wurde und wird immer noch hauptsächlich durch fossile Energieträger, wie Erdöl, Kohle und Erdgas gedeckt.
Fazit: Leider war 2012 kein gutes Jahr für den Kampf gegen den Klimawandel.

Albedo, KlimawandelExkurs Albedo-Effekt:
Während dunkle Flächen, wie Erde und die Meeresoberfläche, Sonnenstrahlen zu fast 90% absorbieren, können sehr helle Flächen, vor allem Eis und Schneeflächen, das Sonnenlicht reflektieren, also zurückstrahlen. Trifft Sonnenlicht auf eine dunkle Oberfläche, so erwärmt sich diese sehr schnell. Treffen Sonnenstrahlen auf weiße und sehr helle Flächen, so wird die Strahlung zu 90% zurückgeworfen. Die Fläche erwärmt sich nur wenig und sehr langsam.

Quellen:
http://www.unep.org/pdf/uyb_2013.pdf
http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Gr%C3%B6nl%C3%A4ndischer_Eisschild
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-08/schmelzrekord-arktis-rahmstorf